KV Hessen: Dramatischer Diabetesanstieg in Hessen
Frankfurt, 14. Februar 2012 - Die Erkrankung Diabetes mellitus nimmt seit Jahren zu. Wie dramatisch dieser Anstieg ist, zeigt sich nun besonders in Hessen: Die Krankheitshäufigkeit (Prävalenz) des Diabetes mellitus stieg in den Jahren 2000 bis 2009 von 6,5% auf 9,7%. Das entspricht einem Anstieg um 49%! Diese erschreckenden Ergebnisse lieferte jetzt die repräsentative „Versichertenstichprobe AOK Hessen/KV Hessen“, welche seit dem Jahr 1998 vom PMV Institut der Universität Köln kontinuierlich durchgeführt und vom Hessischen Sozialministerium finanziell gefördert wird.
Absolut betrachtet fanden sich die höchsten Anstiege der Diabetikerzahlen in den Altersgruppen ab dem 60. Lebensjahr. Der Anstieg in der Prävalenz zeigt sich bei Männern wie bei Frauen. Bei Frauen in der Altersgruppe ab 60 Jahre beträgt die Prävalenz nunmehr 12% und hat damit dramatische Ausmaße erreicht. „Noch vor einigen Jahren war es undenkbar, dass die 10%-Marke geknackt wird. Da liegen wir nun deutlich darüber“, erläuterten die beiden Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frank-Rüdiger Zimmeck und Dr. med. Gerd W. Zimmermann.
Der nunmehr 14-jährige Beobachtungszeitraum ist in der Versorgungsforschung in Deutschland einmalig. Die Besonderheit der Stichprobe in Hessen liegt darin, Diagnose, Leistungs- und Verordnungsdaten sowie Krankenhaus- und Arbeitsunfähigkeits-Diagnosen und die Leistungen zum Bereich „Pflege“ personenbezogen und sektorenübergreifend über einen langen Zeitraum zu analysieren. Bei der Frage, woher dieser starke Anstieg kommt, sind sich selbst die Experten nicht einig. Mögliche Gründe könnten vermehrte Adipositas, Bewegungsmangel, ein westlich geprägter Lebensstil und/oder das Altern der Bevölkerung sein.
Für die beiden Vorstände ist jedoch klar: „Wo auch immer der Anstieg herkommt, er ist Fakt und er verursacht in den Arztpraxen einen erhöhten Aufwand, der zurzeit nicht ausreichend vergütet wird. Der Anstieg behandlungsbedürftiger Diabetiker in Hessen in Höhe von 49% steht nämlich im krassen Gegensatz zu dem gesetzlich vorgegebenen Honorarplus von 1,25% für das Jahr 2012.“ Sie kündigten an, die Daten der hessischen Versichertenstichprobe in die anstehenden Honorarverhandlungen als Beleg für die Notwendigkeit eines höheren Honoraranstiegs einzubringen.
Hinweis an die Redaktion: Bei Fragen und Interviewwünschen wenden Sie sich gerne an die Abteilung Kommunikation der KV Hessen, Karl Matthias Roth, Telefon 069 / 79502-755, Cornelia Kur, Telefon 069 / 79502-580, Telefax 069 / 79502-501, E-Mail: .














